Warum Reisen? Was bedeutet Reisen für mich? – Themenwoche

Was bedeutet Reisen für mich?

Gar nicht so leicht, dies in wenige Worte zu fassen, aber ich versuche Euch meine Reisemotivationen näher zu bringen.

Meinen Eltern ist es zu verdanken, dass ich immer viel gereist bin – unzählige Urlaube mit dem Wohnwagen quer durch Europa. Wenn ich heute daran zurück denke, waren das ganz schön arge Strapazen, die sie auf sich genommen haben, um mit mir im Gepäck zu reisen und ich war bei Gott kein einfaches Kind.

Heute, ein paar Jahre später, entdecke ich die Liebe zum Camping wieder, doch bin ich lieber mit Zelt unterwegs und setze auf Lagerfeuerromantik und idyllische Seen. Ich brauche keinen Luxusurlaub in einem Club, bei dem ich nichts von der Seele eines Landes mitbekomme. Ich will mitten drin sein und die Essenz eines Ortes erleben. Das ist es, was mich Neues entdecken lässt und mich über meinen persönlichen Tellerrand blicken lässt.

Reisen bedeutet für mich meine persönlichen Grenzen kennen zu lernen. Vor zwei Jahren begann ich eine Reise nach New Mexico zu planen – zwar war ich bereits einige Male in den USA gewesen, doch nie alleine. Nie habe ich mich alleine um ein Mietauto gekümmert, bin über meinen Schatten gesprungen, quer durch den Weihnachtsverkehr einer Großstadt wie Albuquerque gefahren und bin quasi bis ans Ende der Welt gefahren, um Freunde wieder zu sehen, die ich seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Abenteuer pur. Zweifel kamen in dem Moment auf, als ich mein Hotel trotz Navi nicht finden konnte (das Navi kannte keine zu neuen Adressen), Zweifel kamen auf, als ich alleine im Hotelzimmer wartete – doch alle Sorgen waren umsonst, denn es wurde einer meiner intensivsten Urlaube.

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Reisen bedeutet für mich Sehnsucht. Ja, Sehnsucht, doch wonach? Nach Vollkommenheit, nach Erholung, nach Ablenkung. Ist es das was ich suche? Nein, ich suche Plätze, die mein Herz berühren, wie die Stille im Chaco Canyon, als ich das Blut in meinen Ohren sausen hörte. Oder der Moment, als ich voller Sorge einem Bären zu begegnen, von Baum zu Baum huschte, um zum Fluss zu gelangen … nur, um neben Elchen und Hirschen zu schwimmen.

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Reisen bedeutet für mich, dass Geld nicht das Wichtigste auf der Welt ist. Klar, Reisen kosten Geld, doch ich reise, um Geld für eine Weile zu vergessen. Fernab der Zivilisation, irgendwo in Montana, denkst Du nicht an dein Bankkonto, denn woran Du denkst ist das Essen, das Du heute Abend auf dem Lagerfeuer kochen wirst. Du denkst an die wundervollen Farben bei dem Pow Wow (=indianisches Tanzfest). Und daran, dass Du als untypischer Tourist dabei sein kannst und diese Kultur erfahren darfst.

Weit weg von Indianer – Cowboy und Winnetou Clichés das Leben in Reservaten kennen zu lernen, war für mich gleichermaßen Kulturschock und Eintauchen in eine fremde Welt. Dank meiner Freunde, durfte ich dies alles aus einer „Insider“ Perspektive sehen. Nie werde ich die Gastfreundschaft bei den Feast Days in den Pueblos (=Reservate im Südwesten der USA mit Angehörigen der Pueblo Kultur) vergessen. Die Armut in den Reservaten ist mit dem Slogan „Willkommen in der dritten Welt inmitten der USA“ zusammen zu fassen und so ist es umso berührender, dass diese Leute ein Festmahl für über 100 Personen organisieren, die dann in ihrem kleinen Häuschen speisen. Nie werde ich auch die neugierigen Blicke, die mich taxierten vergessen, eine Weisse, da hier … komisch, was will die hier?

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Reisen bedeutet für mich, Überraschungen zu erleben. Nie hätte ich gedacht, dass ich letztes Jahr inmitten einer Herde Bisons stehen würde oder dass ich einen Schneesturm im Juli in den Rocky Mountains erleben würde. Nie hätte ich auch gedacht, dass ich fast auf eine Bullen Schlange steigen würde, weil ich sie einfach nicht gesehen hatte und dann doch noch cool genug reagierte, um meine Freunde zu warnen und ein Foto von dem Getier machen konnte.

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Reisen bedeutet für mich, einen Kulturschock zu erleben. Mitten in der Nacht aufzuwachen und fest zu stellen, dass es in dem Hotelzimmer nur so von Kakerlaken wimmelt (meine kleinen „room mates“), die Rezeption das als „nicht schlimm“ abtut, war für mich einer meiner ersten Kulturschocks auf dieser Reise. Den nächsten Kulturschock erlebte ich dann zu Hause, oder besser gesagt noch im Flieger. Rausgerissen aus einer Welt, in der ich mich fast zu Hause fühlte, in der ich vieles Erlebte erst Monate später verarbeiten konnte.

So – der Text, nun um vieles persönlicher geworden, als ich gedacht hatte, lässt mich schlucken und wehmütig an den Winter 2013/2014 und den Sommer 2014 denken. New Mexico, meine (fast) zweite Heimat – zumindest im Herzen.

Liebe Leserinnen, schaut doch bitte auch bei den anderen Teilnehmerinnen der Blogparade vorbei. Ich bin mir sicher, ihr entdeckt dieses oder jenes, das Euch nahe geht und ihr werdet vom Fernweh gepackt.

Gestern könnt ihr bei Chamy travels und Underclass Hero etwas entdecken, morgen geht es weiter bei Windhuber und Weibi. Während ihr heute noch bei 5 p concept vorbeischauen könnt.

MONTAG: Terrorpüppi & Kermitchens Welt // DIENSTAG: Living the Beauty & Msiemund // MITTWOCH: Anna Nikabu & C over the top // DONNERSTAG: Underclass Hero & Chamy travels // FREITAG: 5 p concept & Lavender Province // SAMSTAG: Windhuber & Weibi // SONNTAG:  Noirin & Lyra & Süchtig nach
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