Ein letztes Flattern des Sommers – Sommerdüfte in der Übergangszeit

Die vier Düfte von Pierre Guillaume nehmen uns mit auf eine Reise über den Atlantik, über den Pazifik bis hin an jenen Ort, an dem sich Himmel und Meer treffen (für mich ist das ganz klar die Normandie).

PARIS SYCHELLES Paris, Hektik, Mode, Alltag, U-Bahn, Menschenmassen und verträumte kleine Gassen. Paris Sychelles erinnert mich an den kleinen Blumenladen mit Hortensien in zartem Rosa, an dem ich jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit vorbeikam. Doch der Blumenladen trifft die klare Exotik der Sychellen, ein wenig Kokosnuss und Sonnencreme treten an die Stelle der Alltagshektik in der Modemetropole.

Für mich ein Duft, den ich gern an einem trüben Tag verwende, denn er scheint meine Stimmung zu unterstreichen, mich an einen Ort zu bringen, an dem ich nicht gestört werde und der mir eine kleine Auszeit vom Alltag zu verschaffen mag.

ENTRE CIEL ET MER Damit verbinde ich unweigerlich die Normandie, weil sie für mich Salz, Wind und Meer verbindet und das untrügliche Blau des Himmels trifft auf das diffuse Licht des Wassers und dort wo der Horizont beinahe auf der Wasseroberfläche aufschlägt, haben wir Zeit, Zeit uns auf das Wesentliche zu besinnen.

Entre ciel et mer lässt Sand, Salz und Meerwasser zu einer gelungenen Komposition verschmelzen. In den Hintergrund drängt sich ein wenig Lavendel und ein Hauch Moos, nicht zu vergessen ein wenig Ambre. Für mich definitiv ein Geruch, bei dem es bei mir „Klick“ macht.

Ich verbinde mit dem Geruch nicht einfach einen beliebigen aquatischen Duft, nein, es ist für mich die Verstofflichung Maupassant’s Erzählung „L’épave“. Gestrandete Engländerinnen, ein Schiffswrack, ein Ort nicht auf dem Meer noch auf dem Festland. (Wenn ihr zufällig literarisch interessiert seid, könnte es Euch gefallen, Maupassant durch das Frankreich des 19. Jahrhunderts zu begleiten).

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JANGALA

Jangala, ein exotischer Ort im Dschungel, voller Regen, Mystik, Melancholie, sinnlich, Stille, Regen, der auf Blätter trommelt und nicht nachlässt. Nasse Baumwolle auf der Haut, exotische Blüten … all das vermittelt Jangala für mich.

Ein Duft, den ich trage, wenn mich das Fernweh packt und nicht loslässt. Eine Melancholie, die mitten in der Stille wurzelt und dennoch Stärke vermittelt.

LONG COURRIER

Vanillig, warm und sinnlich. Gelb, Gold, Wärme und Urlaubserinnerungen machen für mich den Duft von Long Courrier (Langstreckenflug) aus. Weniger die Urlaubserinnerungen, als ein Gefühl von Behaglichkeit, Langsamkeit und Entspannung drückt der Hauch von Sonnenmilch, eine starke Basis aus süßer Vanille und als Gegenpol Salz aus.

Ich hüte diese besonderen Düfte wie einen Schatz, verwende sie nicht täglich, um sie nicht zu verschwenden. Sie sind wie eine besondere Delikatesse, die man nicht jeden Tag ist. Wie die Macarons, die es nur im Urlaub gibt oder die Croissants aux Amandes …

Selten noch hatte ich Düfte in meiner Sammlung, die so eine starke Emotion hervorrufen, die so sehr mit einem Ort verbunden sind und die die Parfümkunst gleich einem Maler, der Bilder aus seiner Erinnerung schafft, spiegelt.

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