Abgestumpft – emotionaler Kapitalismus

Das wird wohl mal ein persönlicher Artikel … also wenn ihr weg von der Glitzerlidschattenwelt wollt, in der sich alles um Finishes und Sheen und Sheer dreht, dann klickt hier herein … 

Wohl einer der persönlicheren Seiten, die nicht so oft auf dem Blog zum Vorschein kommen, doch irgendwo hat Schreiben für mich mit Gefühlsmanagement zu tun. Also schreibe ich meinen Ärger eher von der Seele, als dass ich mich wochenlang darüber ärgere…

 

Egal, aber im Moment scheinen wir ohnehin in einer verrohten Gesellschaft zu leben. Bitte, danke und sonstige Höflichkeiten sind überbewertet. Leider.

Genauso scheint es mit der Ehrlichkeit zu sein. Idealerweise lässt man sich immer alle Optionen offen, nimmt keine Rücksicht auf andere Personen und macht sich still, klamm und heimlich aus dem Staub. Denn sonst müsste man ja so etwas wie Rückgrat besitzen. Oder einmal aufstehen und seine Meinung kundtun, auch wenn es die Mehrheit der Personen nicht hören möchte.

Tja, das klingt sehr bitter.

Und wieder ist einer dieser Momente eingetreten, die einen einfach im Ungewissen lassen, die verletzen, alte Wunden aufreißen. Und all das in einer Zeit, die ach so zivilisiert ist, die so weit entwickelt ist, dass sich kurze Distanzen von wenigen Kilometern nicht mehr überwinden lassen. All das macht mich unrund. Irgendwo muss es früher besser gewesen zu sein, als Klarheit herrschte oder zumindest eine Illusion von Klarheit, die man aufrecht erhielt.

Wieso sind für mich manche Sachen einfach glasklar, während andere sich nicht mal bemühen, den Regen und Nebel von der emotionalen Windschutzscheibe zu wischen? Wieso kommen immer wieder die gleichen Enttäuschungen, die der Beginn einer Abwärtsspirale sind, die man verzweifelt zu stoppen versucht?

Die Antworten liegen wohl in einem Zeitalter, in dem Werte wie Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit und Loyalität nicht mehr groß geschrieben werden, sondern das ICH regiert. Wie halte ich mir alle Alternativen bis zum letzten Moment offen? Was könnte die bessere Entscheidung für mich sein? Wie sieht das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage aus? Gibt es ein Überangebot, dann erhöhe ich als Anbieter einfach meinen Preis.

Ja, toll – wenn nur Gefühle dabei nicht verletzt würden. Gefühle, die einen im Weg stehen, Gefühle, die einfach nur blockieren.

Dazu kommt die Ungeduld, die Ungewissheit und die Angst – die Angst wieder von vorne zu beginnen. Die Angst, Zeit vergeudet zu haben und Angst zurück gewiesen zu werden.

Die Gedanken laufen in diesem Spinnennetz aus dunkler Materie Amok und verstricken sich und warten auf die überdimensionale Spinne names Ablehnung und starren sie an. Unfähig dem Gift aus Angst zu entkommen.

 

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3 Gedanken zu “Abgestumpft – emotionaler Kapitalismus

      1. Ja ich glaub da hast du recht, aber andererseits warum – ich finde es gut wenn man sich Gedanken macht und nicht abstumpft – seit meinem Kind nach ich mir nochmal mehr Gedanken 💭😟 Kopf hoch, ich weiß genau was du meinst und ich mach mir auch grad viel Gedanken – da ich Oberflächlichkeit nicht so mag aber irgendwie derzeit viel davon herrscht kommt mir vor 😐liebe Grüße, babsi

        Gefällt 1 Person

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