Reisen mit Hund aka Boxi

Spoiler: Katzenliebhaber bitte weiterbättern – außer ihr mögt auch Hunde ;=)

Es stößt mir jedes Jahr im Sommer oder zu Weihnachten auf, dass in den Medien über Tiere berichtet wird, die ausgesetzt wurden, weil ihre Fraulis oder Herrlis sich einfach nicht darüber im Klaren sind, dass sie eine Veranwortung zu tragen haben – auch während der Urlaubszeit.

Bei uns war ganz klar, der Hund muss mit auf Urlaub und nur ungern vertraue ich jemandem meinen Boxi an. Das liegt zum einen daran, dass ich es als meine Pflicht sehe, mich um mein Familienmitglied zu kümmern, ich nicht möchte, dass mein Hund sich verlassen fühlt und zum anderen liegt es am Charakter meines Hundes, der sehr stark auf die Familie geprägt ist.

Also kommt das Kuschelmonster mit uns auf Urlaub – nach Frankreich. Schon unser alter Retriever war mit uns immer quer durch Europa unterwegs und wir hatten nie Probleme damit. Im Gegenteil – in Frankreich scheint man einem großen Hund wesentlich gelassener zu begegnen als bei uns.

Noch bevor wir unseren alten Retriever bekamen, machten wir die Bekanntschaft einer Boxerhündin auf einem Campingplatz in Frankreich. Die Hündin war so problemlos und brav, dass unsere Zweifel, die gegen einen Hund beim Campen sprachen, ausgeräumt wurden.

Mit unserem Retriever konnten wir viel wertvolle Erfahrung sammeln, die uns bei unserem aufgeweckten Boxerbuben zu Gute kommt.

Hier habe ich ein paar Ideen zum Thema Urlaub und Hund gesammelt …

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1) Die Wahl des Urlaubsziels

Unser Boxer ist sehr hitzeempfindlich und nachdem ich Strandurlaube in subtropischen Gefielden auch nicht sonderlich schätze, fahren wir gern in den Norden. Der Hund mags und ich fühle mich auch wohl.
Wir wohnen meist in einem gemieteten Haus, bei dem ich bei der Buchungsanfrage immer frage, ob es in Ordnung sei, einen Hund mitzubrigen. Manche Vermieter schreiben sogar dazu, dass Haustiere erlaubt bzw. nicht erlaubt sind. Genauso gibt es Hotels, in denen Hunde kein Problem sind.

2) Reise mit dem Auto

Reisen mit dem Zug habe ich bislang mit noch keinem Hund probiert, sollte er es aber gewöhnt sein, ist das sicherlich auch machbar. Wir verreisen meistens mit dem Auto und machen alle zwei Stunden eine Pause und gehen dann mit dem Boxer Gassi. Idealerweise haben wir auch die Gackerlsackerl immer mit dabei und nehmen uns von daheim einen Vorrat mit.

Im Auto steht auch eine Wasserflasche und Trinknapf für den Hund bereit.

3) Reisevorbereitungen

Noch lange bevor die tatsächliche Reise beginnt, erkundigen wir uns immer nach der Gesetzeslage für Hunde im Ausland: ob unser Hund erlaubt ist (bei Boxern ist das so eine Streitfrage, da sie streng gesehen zu Molosserartigen Hunden zählen und manche Länder diese Hunde nicht erlauben) und welche Impfvorschriften herrschen.

Impfungen werden dann lange vor der Reise erledigt, damit der Hund Zeit hat, sich davon zu erholen und eventuelle Probleme noch von unserem Tierarzt geklärt werden können.
4) Für die Reise

Ich packe immer eine Tasche für den Hund mit Spielzeug, Leckerlis, Bürste, Ersatzleine bzw. zusätzliche Leine und einem Beißkorb, der in Frankreich immer mitgeführt werden muss. Ausserdem habe ich Notfallmedikamente für den Bub bei mir, sollte irgendetwas passieren. Auch alte Handtücher und die Hundedecke von daheim reisen mit, damit sich der Hund im Urlaub schneller eingewöhnt.

Nicht zu vergessen ist das gewohnte Hundefutter, denn einem gestressten Hundemagen kann schnell alles zu viel werden. So sollte zumindest das Fressen keine Überraschungen bereiten.

5) Geduld

Mein Hund ist generell sehr schnell aufgeregt und nervös, besonders wenn er an einen Ort kommt, an dem viele Menschen sind, wie etwas auf einem Wochenmarkt. Wichtig dabei ist Ruhe. Die Unruhe äußert sich bei meinem Kasperl dann in unkontrollierten Sprüngen in alle Richtungen, was bei 45kg Hund nicht immer so lustig ist. Uns hilft es dann ruhig zu bleiben, dem Hund ein Kommando zum Sitzen zu geben und die Szene mal auf uns wirken zu lassen. Je gelassener ich bin, desto ruhiger ist auch mein Hund.

Ja, das klingt jetzt echt leicht, ist es aber auch für mich nicht. Vor allem nicht mit einem jungen Segelflieger Boxer, der alles extrem spannend findet. Mit konsequentem Training haben wir es aber so weit geschafft, dass Kaffeehausbesuche mit Hunden am Nebentisch kein Problem mehr sind. Auch bei Hundebegegnungen bleiben wir mittlerweile schon richtig locker.

Ihr seht also, auch mit einem schwierigem Hund ist eine Reise möglich und schön. Wir genießen es dann am Strand zu sitzen, die Hundefreundin von vor zwei Jahren zu treffen und einen Cappuccino zu trinken.

Sicherlich werden sich viele von Euch denken, was führt denn die mit dem Hund auf … Reisen, das ist eine Zumutung für den Hund und wenn sich der Hund nicht ordentlich benehmen kann, dann soll er daheim bleiben.

Klar, manchmal fühlt man sich verzweifelt, wenn der Hund nicht folgt, man im Urlaub ist und der Hund einen Kasperl runterreißt, aber es hilft uns auch nicht, wenn der Hund nur daheim eingesperrt ist und nichts anderes kennenlernt, als den heimischen Garten. Außerdem gibt uns der Erfolg recht: der Boxi ist mittlerweile ein wunderbarer Reisegefährt, den ich auch bei einer langen Reise nicht missen möchte. Natürlich haben wir viel daran gearbeitet und mit unserer Trainerin unzählige Stunden absolviert, aber mit Erfolg 😀 Und das lohnt sich allemal. Vor allem dann, wenn der Boxer locker liegen bleibt, wenn Fremde ihn völlig unvermittelt am Kopf streicheln, neben ihm aufstampfen, 30 Motorräder gestartet werden und Kirchenglocken läuten ….

 

 

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